Am Montag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen aus Lüderitz. Die 122 km nach Aus mussten wir auf der selben Straße zurück wie bereits gut 36 Stunden vorher schon in Gegenrichtung. Eigentlich wehrt sich der Autor, einen Weg zweimal zu nehmen. Allerdings gab es hier auf dem Landweg keine andere Möglichkeit. Rechts und links dieser einzigen Zuwegung ist Sperrgebiet. Eine Einfahrt wäre zwar mit Permit möglich, aber dafür umgerechnet 500 Euro pro Nase zu zahlen … Da siegt der Geiz (und die Vernunft) über die Prämissen.

In Aus nochmals vollgetankt und die Hinweise studiert, welche Gefäße befüllt werden dürfen. Gut zu wissen, dass Gießkannen nicht erlaubt sind. Weitergehende Scharmützel zu entdecken verbot sich spätestens mit dem Blick auf die Temperaturanzeige des Fahrzeuges, welche sogar morgens um 10 Uhr vor Glätte warnte :-B
Im Bahnhofshotel sahen wir auf der Hinreise Bilder mit Schnee in Aus. Immerhin im Jahre 1904 und 2012.

Als Route haben wir uns wieder eine Alternative zur „Hauptstraße“ gesucht, welche direkt an der Grenze zur Namib entlang führte auf der anderen Seite grüßten die Tirasberge. Wieder eindrucksvolle, teilweise bizarre Landschaften verwöhnten unser Auge. Mehrere Oryx, Steinböcke und Strauße (der Duden nennt dies so als Plural, die in vorherigen Beiträgen falsch gewählte Bezeichnung bittet der Autor zu entschuldigen) waren zu entdecken.

Wiederum waren wir allein auf weiter Flur. Die Wahl der Nebenstraßen stellte sich aus einem weiteren Grund noch als goldrichtig heraus. Es war zwar durchweg Gravel-Road (also Kiesstraße) aber diese lies sich recht gut befahren. Lediglich auf gut 2 Kilometern fuhr sich der Hyundai „wie auf Eiern“, da dort Sandverwehungen für sehr tiefen Untergrund sorgten. Mit etwas Muffensausen wurde allerdings auch dieser Abschnitt gemeistert.
Als wir dann unweigerlich die größere Straße nutzen mussten, wurde zwar der Verkehr nicht wesentlich stärker. Etwa ein Fahrzeug war aller halben Stunde zu grüßen. Aber der Untergrund hatte permanent tiefe Querrinnen. Dies stellte eine Belastung der Fahrzeuginsassen und sicher auch des Fahrzeugs, insbesondere der Stoßdämpfer dar. Selbst der Schrittzähler im Handy nahm dies zum Anlass im sitzen gute 10.000 zurückgelegte Schritte zu zählen.

Unser Bungalow

Trotz aller Widrigkeiten sind wir weit vor unserem Zeitplan in der Little Sossus Lodge angekommen. Dort wurden wir von einem grimmig drein schauenden Portier empfangen, der uns erstmal mit den Spielregeln vertraut machte. Frühstück von 7 bis 9. Abendessen um 7. Und um 7 heißt um 7! Außerdem gibt es kein kostenfreies WLAN. Spätestens da versteinerte sich die Miene meiner Ehefrau (selbst wusste ich ja noch meine namibische SIM-Karte mit genug Datenvolumen mein Eigen) ehe sich das Ganze als Scherz herausstellte. Wir haben hier einen eigenen freistehenden Bungalow mit einem rießig großen Zimmer. Hier ist bewusst im Singular geschrieben, denn selbst die Sanitärbereiche sind nur durch Bruchsteinwände welche nicht bis zur Decke reichen und einem Vorhang vom Schlafbereich abgetrennt. Dies hat schon etwas uriges. Das Warmwasser wird morgens durch einen von außen beheizbaren Kamin bereitgestellt. Alles sehr traditionell und mit viel Charme.

Fred beim anheizen des Warmwasserkamins

Für den Abend haben wir spontan eine Sundowner Tour gebucht.

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