Swakopmund trug mal den Titel „Südlichstes Seebad Deutschlands“. Herrschaftliche Villen, eine Strandpromenade, die Seebrücke „Jetty“ und kulinarische Etablissements verleihen dem Städtchen einen ähnlichen Flair wie vergleichbare Orte an der deutschen Ostseeküste. Sehr markant sind die extrem breiten Straßen und trotzdem inflationär auftretende Kreisverkehre. Wenden in drei Zügen ist hier in der Fahrschule obsolet.




Unser italienischer Herbergsvater hat für uns am zweiten Abend Plätze im Restaurant „Altstadt“ reserviert. Das Lokal ist eine Mischung aus Aprés-Bar und Hofbräuhaus. Der komplette Verzehr einer Grillhaxe stellte den Autor kurz vor Probleme. Aber das Fleisch war sehr mager und schmeckte mitsamt dem Sauerkraut, dem Kartoffelbrei und dem deutschen Senf (Kühne Original German Mustard) ausgezeichnet. Nach dem Mahl blieben nur Schwarte und Knochen auf dem Teller, trotzdem musste der Besitzaufgabewille gegenüber der Bedienung eindeutig kommuniziert werden.

Ein weit über den deutschsprachigen Kulturraum hinaus bekanntes kulinarisches Highlight der Kaffeehaustradition ist mit dem Kaffee Anton im Hotel Schweizerhaus an der Bismarckstreet beheimatet. Ein zweites Frühstück mit Schwarzwälder Kirschtorte und gedeckter Apfeltorte mit Sahne musste daher noch vor dem Aufbruch sein.

Cape Cross
Denn nun stand wieder ein Ortswechsel auf dem Plan. Auf dem Weg Richtung Landesinnere nach Norden, genehmigten wir uns noch einen Ausflug ins nahegelegene Cape Cross. Nahegelegen bedeutet hierzulande knappe 150 km. Der Weg führt nordwärts direkt am Atlantik entlang. Unterwegs sind immer wieder Angelpunkte ausgeschildert. Die allseits am Straßenverkehr teilnehmenden Allradjeeps haben hier oft lange Angelruten im Bullenfänger. Sieht von Weitem aus wie ein Stachelschwein, wenn die so zum angeln an die Küste fahren.
Unser Etappenziel heißt aber Cape Cross. Dort ist auch wieder ein historisches Steinkreuz aufgestellt, welches dem Ort den Namen gab. Es müsste eben jener Diaz gewesen sein, welcher das gleiche Vorhaben bereits in Lüderitz vollendete. Darüber haben wir bereits berichtet.
Die eigentliche Attraktion in Cape Cross ist aber eine riesige Robbenkolonie. Tausende Kühe mit ihren Jungen verbringen dort den Tag mit baden, fischen und relaxen in der Sonne. Die Bullen fressen sich derweil anderswo ordentlich Speck an und kommen nur gelegentlich zum Robben poppen vorbei. Unser Reiseführer spricht von bis zu 210.000 Zwergpelzrobben.
Seid froh, dass Fotos keine Gerüche übertragen. Der Gestank war recht eigen und sehr penetrant. Lisa hatte die ganze Zeit ihr Tuch vor Nase und Mund.


Dabei schaffen es rund ein Drittel der Babys nicht zu überleben. Entweder werden diese im Gewimmel einfach versehentlich von anderen Artgenossen zerquetscht oder sie haben den Kontakt zur Mutter verloren. Die Robbenmütter lassen nur ihr eigenes Baby säugen.

Dann verließen wir den lauten und geruchsintensiven Ort wieder.




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