Jetzt, da diese Zeilen entstehen, sitzen wir bereits im ICE auf dem Weg nach Hause. Aber dazu später. Es fehlt ja noch etwas.

Die drei Wochen nähern sich langsam dem Ende und wir haben echt so viel erlebt. Es wird Zeit, mal etwas zu entschleunigen. Wir haben noch 2 mal 2 Übernachtungen. Nunmehr von Dienstag bis Donnerstag im Onguma Bush Camp. Dabei handelt es sich um ein großes privates Reservat direkt am Ausgang des Etosha-Nationalparkes. So nah am Ausgang, dass wir erst einmal vorbei gefahren sind und nach mehreren Kilometern gemerkt haben, das hier irgendwas nicht stimmt. Wir hatten zum Mietwagen ein Navi dazu bekommen. Dies war keine Hilfe, da es uns empfahl, an Stellen in den Busch zu fahren, wo gar keine Möglichkeit dazu bestand. Google-Maps war im Übrigen ähnlicher Meinung und somit auch nicht zu gebrauchen. Also das Ganze nochmals von vorn und dann erkannten wir, dass es eine eigentlich nicht zu übersehende Einfahrt in das Reservat gibt. Dahinter geht es zu mehreren Anlagen, die aber soweit voneinander entfernt sind, das davon nichts zu sehen – oder zu hören ist. In der äußerst ansprechenden Lodge gibt es dann einen offenen Essensbereich mit großer Wasserstelle. Uns wurde versprochen, dass dort viele verschiedene Tiere zu sehen sind. Wie noch zu berichten ist, sollte dies auch stimmen.
Die jeweiligen Unterkünfte bestehen aus kreisrunden reetgedeckten einzelnen Häuschen. Sehr schick und auch nobel eingerichtet. Während des Abendessens wird das Bett aufgeschüttelt und eine Gute-Nacht-Geschichte liegt auf dem Kopfkissen.

Aber jetzt erstmal zur Sundowner Safari. Unser Guide hieß Persi. Ich hatte das Gefühl, dass er etwas konfus durch die Gegend fuhr und keinen wirklichen Plan hatte. Immer, wenn ein anderer Guide von Sichtungen berichtete, änderte Persi die Richtung, um schnell dahin zu düsen. Dabei ging nicht nur viel Zeit verloren, wir fuhren auch immer wieder die gleichen Strecken ab. Und wenn einmal etwas interessantes zu sehen war, waren wir einfach schnell vorbei. Erwähnenswert dabei, eine Zebra-Herde im Sprint gemeinsam mit Springböcken, die in der Gruppe zeigten, warum sie diesen Namen tragen.

Interessant zu sehen waren Geier, die eine tote Antilope aasten. Weitere kreisten am Himmel oder saßen in ihrer typischen geduckten Haltung im Baum. Ranger erkennen an kreisenden Geiern, wo Wilderer zugeschlagen haben oder wo eben einfach totes Wild liegt.

Dann ergab Persis Taktik doch noch einen kleinen Erfolg. Eine Leopardin mit Jungtier räkelte sich in der Abendsonne in einigem Abstand im Gras.

Zum Sonnenuntergang hielten wir dann auf einer Lichtung. Die bereits bekannte Gepflogenheit des Sundowner-Drinks gibt es natürlich auch hier. Dabei entdeckte ich wenigstens einen Löwenabdruck von erwachsenem und Jungtier. Na hoffentlich sind die nicht gerade hier.

Pirschfahrt im Etosha

Am nächsten Morgen war dann eine bereits im Tourlane-Reiseplan vorhandene Pirschfahrt angesagt. Meiner Lisa war das wiederum zu zeitig und sie brachte das Argument an, das immerhin Urlaub ist. Ausschlafen steht da höher auf der Bedürfnispyramide als wieder Tiere sehen. Außerdem ist die Anlage so schön und da möchte sie gern dort den Tag verbringen. Immerhin ist das Ganze als Halbtagesausflug deklariert. Mir selbst fiel die Entscheidung da schwerer. Das Pendel schlug mehr zu Aktivität als Müßiggang aus. Somit war ich wieder allein unterwegs.
Erneut war Persi der Guide und wiederum wandte er die Taktik des Vorabends an. Mit ähnlichem Ergebnis. Mit Pirschfahrt hatte das alles wenig zu tun. An der Fahrt nahm noch eine sechsköpfige Familie mit 4 Kindern im erweiterten Teenie-Alter teil. Zwei von denen waren nur darauf bedacht, die besten Pics für ihre Insta-Story zu knipsen (Selbstkritik an mich: wer regt sich hier über wen auf?!?)

Die Kritik klingt jetzt als schlimmer, als sie gemeint ist. Es kann aber nicht alles nur toll sein und dies ist das erste kleine Gemecker, was ich in diesem Urlaub überhaupt loswerden kann.
Und wir haben dann ja auch gesehen! Hervorzuheben ist ein ausgewachsener Elefantenbulle aus der Nähe. Das Teenie-Girlie: „Oh … I´m so scared! Ich brauch jetzt ne Zigarette!“ Die Zigarette bekam sie dann auch beim nunmehr zweiten Stopp an einem der wenigen eingezäunten Toilettenpunkte. Da sie vorher schon pullern musste, kannten wir ja auch den Weg bereits. Dabei nutze sie das Männerklo, da sie dort halbwegs den Brechreiz unterdrücken konnte. Ich beruhigte sie und sagte, dass es nach Schilderung meiner Ehefrau keinen Sinn macht, eine andere Toilette anzusteuern. Im Park ist es ansonsten strikt verboten, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Es handelt sich hier um einen umgekehrten Zoo. Die Tiere in Freiheit und die Menschen im Auto-Käfig.

Später lernte ich noch, was ein Zebrastreifen ist. Da haben Fußgänger Vorrang. Die Gnus wissen das auch 😀

Im Camp zurück war die Ehefrau verschollen. Der Check des Handys gab an, sie hätte eine Massage „gewonnen“. Na, das geht doch nicht mit rechten Dingen zu?!? Die Geschichte klang auch zu unglaublich. Unsere Kellnerin vom Vorabend sprach Lisa am Pool an, dass sie Masseurin in Ausbildung wäre und freiwillige Personen zum üben bräuchte. Für die Probanden kostenlos. Ob sich Lisa denn dafür hergeben würde.
Hört sich doch an wie „Sie sind der 10.000. Besucher dieser Website und haben 50.000 Euro gewonnen. Nur hier klicken!“ Aber im Ernst: Lisa hatte derweil eine zweistündige Ganzkörpermassage! Ich hatte eine Bandscheibenmassage im Jeep. Das nenne ich Arbeitsteilung.

Eine Antwort zu „2 Tage Onguma Bushcamp”.

  1. Ein wirklich sehr schöner Blog. Danke, dass ich mitreisen durfte.

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