Eines ist jetzt mal klar. Wenn ich jemals Schriftsteller werden sollte, dann wird das in der Heimat nichts. Seit unserer Rückkehr fehlt jegliche Kreativität und auch der Elan, das hier fertig zu bekommen. Lief vor Ort bedeutend besser.

Am Samstag (23.9.2023) hieß es Abschied nehmen. Koffer gepackt und verladen und ein letztes Mal zum Frühstück.
Namibia ließ sich von unserer Melancholie anstecken und wir hatten das erste Mal in diesen drei Wochen Wasser von oben. Es regnete tatsächlich. Auf dem Weg zum Flughafen weitete sich dies sogar noch zu einem ausgewachsenen Landregen aus.


Mittlerweile haben wir Juni 2024. Das letzte mitgebrachte Biltong ist vertilgt. Wie immer bei solchen Sachen, ist das Verlangen daheim bei weitem nicht so stark wie vor Ort. Dort schmeckt es einfach besser.

Lisa ist in den letzten Zügen mit dem Fotobuch zur Erinnerung an diesen tollen Urlaub und ermahnt mich immer nachdrücklicher, endlich ein Reiseziel für dieses Jahr zu definieren.
Dieser Blog soll jetzt in ein Buch „gepresst“ werden, um die Eindrücke dauerhaft zu konservieren. Also soll noch ein Fazit her:

Es waren drei wunderbare Wochen in einem absolut interessanten und vielseitigen Land. Wir haben soviel gesehen und erlebt und werden diese Eindrücke in Erinnerung behalten. Damit wir diese auch später noch auffrischen können und vielleicht auch anderen geneigten Lesern, die dieses „Presswerk“ in den Händen halten, nahebringen können, verewigen wir dies auf wunderbarem altmodischen Papier.
Danke fürs Lesen, Staunen, Schmunzeln und auch für die vielen Reaktionen, die wir immer mal wieder bekommen haben.

Was hat uns am meisten beeindruckt? Natürlich die vielen großen und auch die kleinen Tiere. Die unfassbare Weite der abwechslungsreichen Landschaften. Die stillen Orte, wie zum Beispiel die Gegend rund um Kohlmannskuppe zwischen Aus und Lüderitz. Die Gravel-Roads, die uns sämtliche Glieder durchgeschüttelt haben. Die freundlichen Menschen, die wir (wenn mal welche zu sehen waren) kennengelernt haben.
Kurzum: Mir fehlen die Superlative, um auszudrücken wie sehenswert dieser Flecken unserer Erde ist.

Noch ein Resümee von Lisa:

Heute ist Sonntag, der 2.Juni 2024. Viele Stunden (Tage) Arbeit stecken im
Fotoalbum (das heute endlich fertig wird), verbunden mit dem Nacherleben und
dem Nachspüren dieser Reise. Neun Monate sind vergangen – es bleiben die
Bilder und die Erinnerungen. Wir sind in drei Wochen fast 3.500 km durch
Namibia gefahren, haben an 11 unterschiedlichen Orten übernachtet und über
1.000 Fotos gemacht. Rückblickend kann ich sagen, dass es wunderschön
aber auch anstrengend war. Die langen Fahrten auf den „gravel roads“, die
wenige Zeit, um alles zu verarbeiten und die vielen, vielen Eindrücke haben uns
(mich?) manchmal „erschlagen“
Namibia ist eines der am dünnsten besiedelten Gebiete der Welt. Zweieinhalb
Mal so groß wie Deutschland mit drei Mio. Einwohnern (weniger als Berlin) – wir
sind manchmal stundenlang gefahren, ohne einem Auto zu begegnen –
beeindruckt dieses Land in seiner Größe, seiner Natur und mit seiner
Geschichte.
Natur pur – die Wüste Namib, Sand und Dünen, die Kalahari, die stürmische
Atlantikküste, der antarktische kalte Benguelastrom, extreme
Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, dazu kleine, größerer und
noch größere Tiere…das alles macht Namibia aus und klingt nach Afrika und
reicht eigentlich für drei Wochen Reiseinput. Wenn es so einfach
wäre…Schwarzwälder Kirschtorte, Deutsch (geschrieben und gesprochen) , ein
„schwarzer“ Manfred, DM-Produkte und eine Haxe zum Abendbrot machen das
alles irgendwie „anders“. Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie
(Deutsch-Südwestafrika) und das koloniale Erbe ist bis heute intensiv zu
spüren. Nur 31 Jahre haben so viel „angerichtet“. Dazu kommt nach der
Übernahme und Verwaltung durch Südafrika das Kapitel der Apartheid und die
Probleme der Postmoderne (Klima, Landflucht, Armut, Wilderei und
Tourismus). Nicht zu vergessen, dass Namibia auch immer ein Land der
Nomaden war und Hereros, Himbas, Ovambos, Damaras und San um ihr
immaterielles Erbe kämpfen.
Es war viel zu wenig Zeit, um intensiver und umfassender in alles
einzutauchen…es ist immer zu wenig Zeit zum reisen…Aber es war wunderbar!

Eine Antwort zu „Das war es dann …”.

  1. Liebe Lisa,

    Lieber Maik,

    das war jetzt tatsächlich nochmals wie ein remake des erlebten. Da ich euren Blog tatsächlich immer verfolgt habe, sind mir die Bilder sofort wieder alle in Erinnerung gekommen. Als ich euch „verfolgt“ habe dachte ich immer am nächsten Tag wenn ich den aktuellen Eintrag tags zuvor gelesen habe, dass ich da live vor Ort war.

    Jetzt euren „Nachgang“ zu lesen, ist als würdet ihr von MEINER Reise schreiben….

    Ich danke euch beiden sehr sehr sehr sehr, dass ihr eure Eindrücke mit den vielen Lesern eures Blogs geteilt habt.

    Namibia werde ich irgendwann besuchen, aufgrund eures Reisetagebuches. (auch wenn ich schon dort war :-))

    Herzliche Grüße aus Bad Reichenhall und ich bin gespannt was Maik für ein neues Reiseziel ausgerufen hat bzw. ausrufen wird. .. Hoffentlich gibts wieder einen Blog darüber. Ich lese ihn auf jeden Fall…. Denn ich will ja wissen wo ich meinen nächsten Urlaub verbringen werde… 🙂

    Machts gut ihr lieben

    Sandra „Haumeise“

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