Am 03.09.2023 starteten wir gegen Mittag nach Leipzig. Der ICE nach Frankfurt war pünktlich, sogar die Wagenreihung stimmte. Allerdings wurde unser reservierter Sitzplatz doppelt von der DB vergeben. Wir saßen zum Glück 3 Minuten eher als die Inhaber der anderen Reservierung. In Frankfurt hatten wir dann nur 13 Minuten Verspätung. Das gilt im Kosmos der Deutschen Bahn immerhin als pünktlich. Auf dem Bahnhof noch ein paar versprengte Effzeh-Fans, welche enttäuscht waren, da sie sich gegen die SGE in der 87. Minute das Unentschieden einschenken ließen. 

Ich hatte leidlich versucht das RB-Spiel in der alten Försterei im Zug anzuschauen. Falls der geneigte Leser sowas auch mal vorhat, empfehle ich, den privaten Hotspot zu nehmen anstatt das dünne WLAN der Bahn zu nutzen. Zur Halbzeit und Ankunft am Frankfurter Flughafen stand es 1:0 für RB. Ich versuchte sämtliche Nachrichten auszublenden und die zweite Halbzeit beim Warten am Gate im Replay zu genießen. 

Der Check In ging fix und problemlos. Also an Gate 26 einen ordentlichen Platz mit Steckdose gesucht, die Frau zum Shoppen geschickt und noch 2 wunderbare Tore von Benjamin Šeško zum verdienten Sieg beim bisherigen Tabellenführer Union genossen. 

Der Flug mit Ethiopian Airlines ging einigermaßen pünktlich nach Addis Abeba. Dort hatten wir nach reichlich 6 Stunden Flug neben einem zwar gut gekleideten, aber sehr streng nach Angstschweiß duftenden Nachbarn knapp drei Stunden Aufenthalt am Hauptsitz unserer Fluggesellschaft in der äthiopischen Hauptstadt. Der Flughafen in Addis Abeba ist eine mittlere Katastrophe. Erstmal eine ewig lange Schlange mit wild gestikulierenden und sicher extrem wichtigen Einweisern bei der Kontrolle des Handgepäcks nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug. Keine Ahnung, wonach die da suchen. Die eigentlichen Kontrolleure offenbar auch nicht. Gürtel, Schuhe und alle technischen Geräte mussten durch den Röntgenapparat, auf die Bildschirme schaute aber niemand. Aber hey … that’s Africa. Die Wartebereiche sind total überfüllt. Ob an den Kiosken ein Aufkleber suggeriert, dass Visa-Card akzeptiert wird, juckt den jeweiligen auf Cash bestehenden Verkäufer nicht. Durchsagen gibt es auch nur sehr sporadisch. Diese könnten aber auch unterbleiben, da akustisch nicht mal zu erkennen ist, in welcher Sprache sie durchgeführt werden.

Flughafen Addis Abeba

Auf der Rollbahn konnte dann noch gut beobachtet werden, wie die Ramp Agents hier die Koffer sortieren.

Der Anschlussflug vom mittleren Osten in den südlichen Westen Afrikas war dann aber erfreulich wenig ausgelastet. Somit konnten wir beide jeweils eine Dreierbank für eine Mütze Schlaf nutzen. Unterbrochen von tollen Ausblicken auf den Kilimandscharo. Der Verfasser vermutet das zumindest.

Blick aus dem Flugzeug

Genau 24 Stunden nach dem Start in Döbeln sind wir dann am größten Flughafen Namibias angekommen. Größenvergleiche mit dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main verbieten sich. Hier ist das gesamte Gebäude vom Rollfeld aus zu sehen.

Flughafen Windhoek

Beim Warten am Baggage Claim kam langsam Unbehagen auf. Erinnerungen an die Arbeitweise auf dem Rollfeld in Addis Abeba brennen sich immer mehr in die Hirnhaut. Aber endlich … Der 129. rote Koffer ist endlich Lisas Eigentum. Meine Powerbar-Tasche folgte glücklicherweise einige Minuten später. Natürlich folgte die nächste Schlange, in welcher das gesamte Gepäck durchleuchtet wird , bevor es namibischen Boden betreten darf. Ob da vereinzelt jemand ohne die obligatorische Überprüfung vorbeigeht, war aber auch nicht wirklich von Bedeutung.

Als nächstes war der Schalter von Europcar dran, wo uns das über Tourlane reservierte Fahrzeug übergeben wurde. Es sollte ein Toyota RAV4 sein. Jetzt sitzen wir im Hyundai Creta. Wer dieses Fahrzeug nicht kennt, es ist vergleichbar mit einem etwas zu heiß gewaschenen Tucson desselben Herstellers. Ein viertel Jahr alt, recht schick, komfortabel und praktisch. Jeder muss sich noch ein reichlich 8 minütiges Video über die Tücken des Linksverkehrs, der Schotterpisten, eines Geländewagens im Allgemeinen und zu tunlich zu vermeidendenden Fahrten in der Dunkelheit anschauen.

Jetzt raus in den Linksverkehr. Der Hosea Kutako Airport in Windhoek liegt gut 40 km vor der Stadt. Die Fernverkehrsstraße 86 gilt als die unfällträchtigste Strecke im ohnehin sehr crashgefährdeten Land. Die rasenden Taxis geben sich mit den Frischlingen im Linksverkehr die Hand und gerüchteweise auch häufig die Stoßstange.

Wir sind aber heil an unserer ersten Unterkunft, dem Uzuri Guesthouse angekommen.

3 Antworten zu „Hinflug”.

  1. 😅🤣Da beginnt ja das Abenteuer schon vor dem Urlaub. Aber megaaaa geil geschrieben.

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  2. Schöne Zeit in Afrika wünsch ich euch

    LG denise

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  3. Einen tollen Urlaub wünschen wir euch 😀

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