Am Dienstag, 05.09. hatten wir die erste große Transferfahrt. Wobei groß es nicht trifft. Es wird wohl eine der kürzesten Fahrten der ganzen drei Wochen sein. Aber bevor wir starteten, hatten wir in Windhoek noch ein paar Sachen zu erledigen. So ging es zunächst in den gegenüberliegenden EUROSPAR, um uns mit Proviant einzudecken. Dabei haben wir nochmals die Regale mit Glühwein und Kinderpunsch bestaunt. Aber schließlich ist der Winter hier gerade erst vorbei.

Lisa freute sich nicht nur über die Apfelschnitte (musste mit) sondern war auch von der daheim liebgewonnen Auswahl an DM-Produkten überrascht. Aber immerhin mussten noch ein paar Feuchttücher in den Einkaufskorb. Irgendwie kommt da das ganze Urlaubsfeeling abhanden. 😉

Wir wollten unbedingt noch die am Vortag bereits kurz besichtigte Christuskirche genauer inspizieren. Das evangelische Gotteshaus liegt zentral, quasi innerhalb eines doppelten Kreisverkehrs. Es wurde 1910 eingeweiht, die bunten Fenster wurden von Kaiser Wilhem II. gestiftet.



Direkt gegenüber befindet sich das 2014 eröffnete Unabhängigkeitsmuseum. Dieses wurde eigenartigerweise von einer nordkoreanischen Firma geplant und errichtet und heißt wegen der recht eigenartigen Architektur im Volksmund Kaffeemaschine.

Die ausgestellten Exponate, Plastiken und Wandgemälde erinnern den im Osten Deutschlands sozialisierten Schreiber an Exponate in Museen der DDR.


Allerdings gibt es vom Restaurant in der oberen Etage einen imposanten Rundblick auf die Stadt, so auch auf die direkt daneben liegende Alte Feste.





Bei dem 1890 fertiggestellten Bau handelt es sich um das erste steinerne Gebäude in Namibia. Vor der Alten Feste stand bis 2013 das Reiter-Denkmal. Dieses erinnert an die gefallenen Deutschen während der Niederschlagung der Herero- und Nama-Aufstände in den Jahren 1904 bis 1907 und wurde Weihnachten 2013 klammheimlich in den Innenhof der Alten Feste verlegt und gegen ein neues Denkmal ersetzt, welches zwei Aufständische mit gesprengten Fesseln zeigt.

Im Inneren der Alten Feste waren gerade deutsche Studenten der NAU (Namibische Universität) dabei alles zu vermessen, um das Gebäude zu digitalisieren. Die Räume standen offen. Der Anblick wirkte grotesk. Alles sah noch so aus, als wäre es eben erst verlassen. Von Vandalismus einmal abgesehen. Es lagen Uniformen und Dias sowie auch noch Postausgangsbücher mit Eintragungen aus den Jahren um 1989 herum. Offenbar kommen sehr wenige Touristen hierher.





Mit diesen Eindrücken verließen wir Windhoek gen Süden. Nach Überqueren des südlichen Wendekreises (Wendekreis des Skorpions) bogen wir bei Kalkrand von der geteerten Hauptstraße, welche weiter bis nach Südafrika führt ab und befuhren das erste Mal die weit verbreiteten Kiesstraßen.

Die Straße führte zumeist schnurgerade über die Dünen bis nach Hoachanas ab. Auf den 80 km kam uns genau ein Auto entgegen. Hin und wieder grüßten lustige Erdmännchen vom Wegesrand.

Hoachanas ist eine der ersten Missionarsorte. Die 1860 erbaute Kirche zeugt davon. In dem recht heruntergekommen Gotteshaus unterrichtete eine Lehrerin eine Handvoll Schüler. Das wars auch schon aus dem Ort mit den 20 Häusern.



Nach weiteren gut 90 Minuten auf Schotterstraße kamen wir am frühen Abend im Camp, der Kalahari Anib Lodge an. Am Eingangstor stand der Hinweis, dass die eigentliche Lodge in 3 km zu erreichen ist. Dort angekommen fühlten wir uns sofort wohl. Alles recht neu erbaut und modern. 2 Pools, 2 Wasserlöcher, um die Wildtiere am Abend anzulocken und jeweils einzelne im Kreis angeordnete Bungalows.


Das Essen in Namibia besteht zumeist aus Fleisch. Vielleicht mal Fisch oder Huhn aber ohne Fleisch geht es nicht. Zum Abendessen gab es Elandgoulasch und Springbocksteak. Beim Eland handelt es sich um eine Antilopenart. Diese sollten wir am nächsten Tag noch zur Genüge lebend und in freier Wildbahn sehen.




Hinterlasse eine Antwort zu Sandra Antwort abbrechen