Am frühen Freitagmorgen wurden wir von einem neuerlichen tollen Sonnenaufgang – diesmal direkt vom Bett aus – geweckt. Danach fällt der Start in den Tag gleich mal leicht.

Nach dem Frühstück zwischen den Autos wurden wir zum Ausflug in den Fish River Canyon abgeholt.

Der Fish River Canyon ist der zweitgrößten der Welt. Der größte ist?!? Na klar, der Grand Canyon in Arizona, USA. Dort spült sich der Colorado River seit Millionen von Jahren beständig durch das Colorado-Plateau.
Hier führt der namibische Fluss Fish (ja, heißt wirklich so) regelmäßig nur im April und Mai Wasser und hat es da bedeutend schwerer, nachhaltige Spuren in der Landschaft zu hinterlassen.
Ehe ich mich hier in Zahlenvergleichen verliere – der Grand Canyon ist in allen Ausmaßen ungefähr doppelt so groß. Aber Buzz Aldrin hat es ja als zweiter Mann auf dem Mond auch zu einer gewissen Berühmtheit geschafft.

Um 8 Uhr stand unser Guide Simon da und erklärte uns erstmal, dass wir die Einzigen auf dem Ausflug sind. Wir hatten natürlich nichts gegen eine Private-Tour einzuwenden. Simon erzählte uns viel zur Landschaft, zu den Tieren, zur Fauna und Lisa fragte ihn auch über so manche persönlichen Sachen Löcher in den Bauch. Simon war ein dufter Typ.

Reisegruppe Friebel mit Simon

Um diese frühe Uhrzeit ist es in dieser Gegend recht kalt, so dass anfangs etwas Angst aufkam, ob wir die angesagten 45 Minuten Fahrzeit im offenen Jeep ohne abgefrorene Gliedmaßen und Eiszapfen an der Nase überstehen werden. Aber Simon fuhr recht langsam und sobald die Sonne etwas höher am Himmel kroch, entfaltete sie auch immer mehr Kraft und lies die Frostbeulen verschwinden.

Simon hatte Decken mit!

Nach gut 30 Minuten kamen wir am Eingang des Nationalparks an. Simon kaufte die Tickets und dann fuhren wir nochmal knapp 20 Minuten, bis wir endlich den Canyon erreichten. Bis auf ein paar Camper, die entweder nicht lesen konnten oder die Camp-Verbotsschilder erfolgreich ignorierten, waren wir die ersten und genossen einen atemberaubenden Anblick dieses Naturschauspiels. Die aufgehende Sonne spielte so aufregend mit den Farben, das kann kein Bild der Welt wiedergeben.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang entlang der Kante des Canyons wurden wir dann von Simon abgeholt und fuhren ein ganzes Stück an einen weiteren Aussichtspunkt. Dort kredenzte er uns Kaffee und Kuchen und wir bestaunten weiter die grandiose Landschaft.

Kaffee am Canyon

Nach dem Mittag waren wir wieder zurück im Camp. Für den Abend stand noch eine weitere Ausfahrt auf dem Programm. Diesmal in eine andere Richtung – in den Nationalpark zum Sundowner. Wieder war Simon unser Guide und erneut hatten wir keine weiteren Gäste. Somit blieb es an diesem Tag bei einem Privattrip. Leider liefen uns, abgesehen von ein paar Sträußen, Springböcken und Oryx-Antilopen neben der fantastischen und abwechslungsreichen Landschaft nichts fotogenes für hier vor die Linse.

Zum Sonnenuntergang hielten wir auf einem Plateau. Es gab ein leckeres Picknick bestehend aus Crackern, Bilton (darauf komme ich im Bericht zu einem weiteren Roadtrip noch zurück), Käse und natürlich dem klassischen Sundowner-Getränk im Lande – dem Gin-Tonic.

Sundowner Picknick

Die Sonne ging in den Bergen und zwischen vereinzelten Köcherbäumen unter.


Dann flux zusammengepackt, denn es wird schnell dunkel. Der Rückweg sollte gute 40 km über Stock und Stein lang sein.
Auf selbigen schreckten wir auf einmal eine Herde Zebras auf, die erst neben uns her rannten und auf einmal gute 15 Meter vor uns den Weg querten. Das letzte bäumte sich nochmal auf und hüllte uns wie zur Strafe in eine Staubwolke. Leider war so schnell kein visuelles Aufzeichnungsgerät zur Hand. Der Anblick dieser Situation bleibt aber unvergessen.
Nach mindestens einer Stunde Fahrt kehrten wir ins Roadhouse zurück und suchten nach einem kleinen Abendessen sofort das Bett auf, denn am nächsten Tag stand wieder ein langer Roadtrip bevor. Diese führte direkt an der Grenze Südafrikas entlang und endete dann in der alten Diamantenstadt Lüderitz. Dazu dann später…

Eine Antwort zu „Fish River Canyon”.

  1. Passenderweise lese ich euren Blog immer dann wenn ich gerade Hunger habe. Fernweh und Bauchweh eine seltene Kombination. Dann denke ich aber daran, was ihr wohl an Trinkgeldern springen lasst, auch ohne die Büchse der Pandora zu öffnen und dann geht’s wieder.

    Ist der Horizont eigentlich wirklich so schief oder lag das am Gin-Tonic? 🙂

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