Als wir die Robben verließen, ging es wieder den halben Weg nach Swakop zurück bis Henties Bay. Dort liegt dann nicht nur unser Abzweig ins Hinterland zum Übernachtungsziel Ai Aiba Lodge sondern dies war mal ein Hotspot für Angeltouristen. Insbesondere Südafrikaner sind gern die 2.500 km an der Küste entlang nach Henties Bay gefahren, da die dortige Gegend einen sicheren Fang und der Abend einen oder mehrere Drinks versprach. Die Zeiten des Ersteren sind allerdings vorbei, seitdem insbesondere chinesische Fischtrawler mit Genehmigung der namibischen Regierung die einst nahrungsreichen Gewässer des kalten Benguelastromes leergefischt haben. Nunmehr ist der Tourismus in diesem kleinen Städtchen als einzige Einnahmequelle weggebrochen. Offenbar werden aber neue Geschäftsmodelle erschlossen. Wir mussten vor dem Ritt ins Hinterland unbedingt dort tanken. Auf der Uhr der Zapfsäule standen am Ende knapp 60 Liter, obwohl unser Tank nur 45 l fasst. Wider besseren Wissen haben wir beim Start des Tankvorganges nicht darauf geachtet, dass die Anzeige genullt wurde. Ärgerlich … aber ein kleiner Trost ist, dass für einen Liter des kostbaren Gutes in Namibia nur die Hälfte des Preises in der Heimat aufgerufen wird.
Der weitere Weg verlief ohne Zwischenfälle durch die bereits beschriebene stetig wechselnde Savannenlandschaft Namibias. Bei der anvisierten Lodge handelt es sich lediglich um einen Zwischenstopp zum nächsten Ziel, in welchem wir wieder 2 Tage übernachten sollten. Unterwegs wurde bereits vor Wildwechsel gewarnt.

Die Ai Aiba Lodge liegt erneut mitten in einem eigenen Reservat, welches eingezäunt ist. Vom Tor bis zum eigentlichen Domizil fuhren wir wiederum noch wenige Kilometer. Vor Ort gibt es Höhlenmalereien und wohl auch Elefanten im Reservat, die sich aber vor uns versteckten. Wir kamen pünktlich zum Sonnenuntergang an, genehmigten uns einen Sundowner und begaben uns ziemlich zeitig in die luxoriöse reetgedeckte Unterkunft.

Am Samstagmorgen brachen wir zeitnah nach dem Frühstück auf, ohne die Höhlenmalereien zu besichtigen. Eine Pavianfamilie konnten wir noch am Wasserloch beobachten. Das Baby lässt sich an der hier stehenden Mutter dabei am Bauch festgeklammert durch die Gegend bugsieren.


Unser Weg führte wieder über einige Nebenstraßen. Wir nahmen auch noch einen unnötigen Umweg aber dort begegnete uns eine Cobra, als diese gerade die Straße querte. Der Fotojob war nicht ohne gewissen Respekt auszuführen.

Nach gut 400 km kamen sind wir an der Pforte zur Grootberg-Lodge angekommen und mussten das Fahrzeug stehen lassen. Die letzten paar hundert Meter wurden wir von einem Jeep abgeholt. Das hatte auch seinen Grund. Ein total enger, steiler und steiniger Fahrweg schlängelte sich auf die Kuppe eines Tafelberges. An dessen Rand lag die Anlage mit mehreren einzelnen Bungalows, von denen jeder einen fantastischen Blick über das ganze Tal bot. Sogar vom Bett aus.
Nicht nur die Lage und damit die phänomenale Aussicht sind an dieser Lodge etwas besonderes, sondern auch die Eigentümer. Denn dies ist die Gemeinde. Die Angestellten wohnen auch alle in der benachbarten Ort. Gebaut wurde die Lodge mit Fördergeldern aus der EU.







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