Die letzte Unterkunft sollte das Frans Indongo Camp nahe der Stadt Otjiwarongo sein. Der Inhaber und namensgebende Frans Indongo stammt aus einfachsten Verhältnissen und ist mittlerweile einer der reichsten Namibier. Die Legende geht so: Als er seine Familie im Norden des Landes verlies und in Swakopmund zunächst als Hilfsarbeiter nicht wirklich über die Runden kam, fing er an, Ziegelsteine herzustellen und Kleider zu nähen. Sein späteres Imperium entwickelte sich aus der Vermarktung von Einkaufszentren. Im Camp liegt die hier auf das Minimum zusammengefasste Lebensgeschichte des mittlerweile 80-jährigen als Gute Nacht Lektüre aus. Direkt neben dem Neuen Testament. Da sind wilde Träume vorprogrammiert.

Das Badezimmer separat reetgedeckt 🙂


Es ist wieder eine schöne Unterkunft. Aber das Wetter will nicht mitspielen. Der Himmel ist trüb. Als wir nach dem Mittag ankamen, war nur noch chillen angesagt. Pool und Blick in die Savanne.
Mir fehlt seit Tagen die Motivation zum schreiben dieses Blogs. Genauso ging es uns zu diesem Zeitpunkt schon mit den Aktivitäten. Einfach mal ausspannen, abschalten. nichts machen..

Und doch sind wir dann los.

Otjiwarongo

Das Städtchen hat ungefähr Döbelner Größe, ein Einkaufscenter mit EuroSpar und einen Bilton-Shop. Zum Thema Bilton: Wenn es in Namibia um Essen geht, geht es in erster Linie um Fleisch. Kein Gericht kommt ohne aus. Bei Bilton handelt es sich um Trockenfleisch in allen Variationen. Es gibt kleine Würste aber hauptsächlich Scheiben von Rind oder Wildfleisch. Mitunter auch mit Peri-peri oder Chili gewürzt. Beides entsprechend pikant. Ich hätte gern von diesem haltbaren und schmackhaften Andenken mitgenommen. Aber die Einfuhr nach Deutschland ist eigentlich verboten. Die EU hat wegen der Angst vor Tierseuchen da etwas dagegen.
Aber zurück zum Bilton-Shop in Otjiwarongo: Hier gab es frische und große Auswahl zu äußerst niedrigen Preisen. Ich habe mich gleich mal eingedeckt. Das Maximalbudget an zollfreien Zigaretten wurde ebenso ausgeschöpft. Dank einer nicht rauchenden Ehefrau beträgt das somit für mich 2 Stangen. Aber das beste ist: es gibt hier richtige Menthol-Zigaretten. Für den läppischen Preis von 35 $. Da es namibische Doller sind, bedeutet dies pro Schachtel c. 1,70 €. (Anm. der Ehefrau: gut ist das nicht für den Ehemann)

Cheeta Foundation

Nicht weit von dem Städtchen entfernt liegt eine Auffangstation für die in der Wildnis nicht überlebensfähigen Geparden. Soweit möglich, werden die Tiere auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Dies ist aber nur bei wenigen Exemplaren der Fall erfolgreich. Es gelingt bei Tieren, die als Jungtiere in das Camp kommen weil beispielsweiße die Mutter getötet wurde.
Es gibt aber auch Tiere, die lange als Haustier gehalten und domestiziert zu wild wurden, aber in Freiheit ohne versorgendes Herrchen nicht überleben könnten. Nun verbringen diese hier mehr oder weniger faul den Lebensabend.

Nach der Fütterung sind wir dann wieder zurück ins Camp. Es stand ja noch Koffer packen an. Das Navi wollte uns immer wieder einen Weg schicken, den es offensichtlich nicht gab. Also mussten wir gute 40 Kilometer zurück zur Hauptstraße. Kurz vorm Ziel grüßten noch Paviane vom Zaun.

Eine Antwort zu „Frans Indongo Camp und Cheeta Foundation”.

  1. Haste alles klasse geschrieben. So eine umfassende Urlaubsdarstellung gab es ja noch nie 🥰

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